Entwicklung der Zeitarbeit in Österreich

Die Arbeiterkammer und die Gewerkschaften beabsichtigten ursprünglich ein Verbot der Zeitarbeit in Österreich durchzusetzen und entwarfen 1977 und 1982 zwei entprechende Gesetzesentwürfe, die sich jedoch nie verwirklichen ließen. Stattdessen wurde 1988 als Kompromiss das Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (AÜG) beschlossen, um den überlassenen Arbeitnehmern einen Mindestschutz zu sichern.

Für den Zeitraum vor 1989 liegen nur Schätzungen über das Ausmaß der Zeitarbeit in Österreich vor. Schwarz & Ziniel (1988) gehen davon aus, dass zu Beginn der 70er Jahre etwa 30 bis 40 Arbeitskräfteüberlasser in Österreich tätig waren.

Zu Beginn der 80er waren etwa 150 Personalbereitsteller registriert. Diese überließen etwa 7000 bis 10000 Leiharbeitskräfte an ihre Kundenunternehmen.

Ab 1989 liegen konkrete Aufzeichnungen über Anzahl der Überlasser, Beschäftiger und Arbeitskräfte vor, da das AÜG im § 13 Abs 4 die Überlasser ausdrücklich auffordert, jeweils zum Stichtag des 31. Juli alle relevanten Daten zur Arbeitskräfteübelassung bekanntzugeben.

Die folgende Tabelle veranschaulicht die Überlassungs-Daten der jährlichen Stichprobenerhebung des Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (BMAGS) bzw. ab 1999 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) von 1989 bis zum Jahre 2003.

Entwicklung der Zeitarbeit in Österreich 1990-2005

jeweils 31.7

Überlasser

Beschäftiger

Arbeitskräfte

1990

356

2.525

8.947

1991

445

2.586

8.178

1992

453

2.704

8.716

1993

498

2.403

7.864

1994

537

3.204

10.492

1995

542

3.850

12.503

1996

593

4.190

14.548

1997

676

5.399

17.980

1998

742

6.408

20.772

1999

848

7.510

24.277

2000

999

9.704

30.120

2001

1.110

10.022

33.156

2002

1.087

13.237

31.207

2003

1.287

11.764

38.491

2004

1.424

14.341

44.125

2005

1.427

12.300

46.679

2006

1.442

-

59.262

Quelle: BMWA

Die Ergebnisse der Stichprobenerhebungen zeigen die deutliche Ausweitung des Zeitarbeitsmarktes in Österreich. Die Anzahl der Arbeitskräfteüberlasser hat sich während den letzten 13 Jahren beinahe verdreifacht, die der überlassenen Arbeitskräfte vervierfacht. Die Arbeitskräfteüberlassung zählt damit zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftsbereichen Österreichs.

 

 

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