Pflege und IT haben auch jetzt gute Konjunktur
10.000 qualifizierte Arbeitskräfte fehlen derzeit im Gesundheits- und Pflegebereich und auch EDV-Experten brauchen in der Wirtschaftskrise nicht um ihren Arbeitsplatz zu bangen: Denn trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation haben Unternehmen nach wie vor Schwierigkeiten, vakante IT-Stellen zu besetzen.
Wenn auch die Zeitarbeit besonders unter der Wirtschaftskrise leidet, bedeutet dies keineswegs trübe Zeiten für die gesamte Branche: So etwa merkt man in der IT sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen nichts von Krisenstimmung, im Gegenteil.
Der Bedarf alter und kranker Menschen nach Pflege und Betreuung ist nun einmal nicht abhängig von Wirtschaftsdaten und Konjunkturkurven. Deshalb bekommen Personalüberlasser, die sich auf Gesundheit und Pflege spezialisiert haben, derzeit auch wenig von den angespannten Zeiten zu spüren. Brancheninsider sehen künftig sogar einen deutlichen Anstieg des Personalbedarfs in diesem Sektor. Schätzungen zufolge sollen es mehrere 10.000 qualifizierte Arbeitskräfte sein, die im Gesundheits- und Pflegebereich fehlen.
Dabei muss man jedoch differenzieren: Vor allem für die Langzeitpflege würde händeringend nach Personal gesucht. Hier ergeht der Ruf an die Politik, die dringend notwendige Qualifizierungsoffensive in diesem Bereich in die Wege zu leiten.
Als „gefragte Mangelware“ gelten außerdem nach wie vor IT-Fachkräfte. Computerfachleute können also selbst dann entspannt bleiben, wenn sie tatsächlich einmal ihren Arbeitsplatz verlieren sollten. Dazu wird es allerdings wesentlich weniger wahrscheinlich kommen als in anderen Berufssparten. Dies hat zwei Gründe: Erstens „schützt“ ihre hohe Qualifizierung IT-Fachkräfte davor, zu den ersten Opfern einer Sanierungs-, Einsparungs- und Kündigungswelle in einem maroden Unternehmen zu gehören.
Vor allem solche Fachleute, die schon länger in einer Firma beschäftigt sind, wird man versuchen, so lange wie möglich „bei der Stange“ zu halten. Schon allein deshalb, um für bessere Zeiten und den Aufschwung optimal gerüstet zu sein. Viele Firmenchefs können längst ein Lied davon singen, wie schwierig es ist, gute und zuverlässige Computerfachkräfte zu bekommen – vor allem in Zeiten der anziehenden Konjunktur. Das Behalten von IT-Fachleuten in angespannten Zeiten wird also als Investition in eine erfolgreiche Zukunft betrachtet.
Dies untermauert auch eine aktuelle deutsche Studie: Trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation haben Unternehmen nach wie vor Schwierigkeiten, vakante IT-Stellen zu besetzen. So sehen sich 61 Prozent der Befragten immer noch den gleichen Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifiziertem Personal ausgesetzt wie in den ökonomisch besseren Zeiten vor zwölf Monaten.
Aus diesem Grund bleiben Zeitarbeitsunternehmen, die sich auf Personaldienstleistungen mit qualifiziertem Fachpersonal wie IT-Experten spezialisiert haben, weitgehend von der Wirtschaftskrise verschont. „Wir könnten auf einen Schlag 100 SAP-Spezialisten vermitteln, wenn wir sie hätten", sagt beispielsweise Sigrid Winkelmayer von Manpower Professional. Besonders gesucht: Exzellent ausgebildete Kräfte zwischen 25 und 40 Jahren mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung.



