Arbeitskräfteüberlassung in Deutschland nimmt wieder zu
Um 3,8 Prozent mehr Arbeiter aus Arbeitskräfteüberlassung als noch im Mai - zahlreiche Aufträge kommen wieder von Herstellern und Zuliefern der Automobilbranche ...
Seit elf Monaten ist die Zahl an deutschen Arbeitern aus Arbeitskräfteüberlassung erstmals wieder gestiegen. Im Juni fanden sich rund 560.000 überlassene Arbeitnehmer in einem Beschäftigungsverhältnis, das sind um 3,8 Prozent oder um knapp 20.000 Arbeitskräfte mehr, als noch im Vormonat Mai.
BZA-Präsident Volker Enkerts erklärt dazu, es sei durchaus üblich, dass in den Sommermonaten die Arbeitskräfteüberlassung zunehme. Erfreulicherweise würden aber wieder mehr Aufträge aus der Automobilbranche kommen, der Bereich, in dem die Krise den größten Stellenabbau gefordert hatte. "Insgesamt hat uns die Krise 300.000 Stellen gekostet," sagt Enkerts, "wenn die Konjunktur aber wirklich wieder anspringt, dann ist es schon im nächsten Sommer möglich, unseren alten Höchststand an bereitgestelltem Personal zu erreichen."
Laut den Zahlen des IW-Zeitarbeitsindex haben im Juni große Unternehmen mehr Stellen besetzt als kleine Betriebe: Bei Firmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern aus Arbeitskräfteüberlassung wurde ein Wachstum von 4 Prozent festgestellt, Unternehmen mit 51 - 500 Beschäftigten haben nur um 1,3 Prozent mehr Arbeitnehmer eingestellt. Besonders positiv sticht dabei die Region Chemnitz/ Zwickau heraus. Hier ist die Arbeitskräfteüberlassung im Juni um volle 17 Prozent gewachsen.
Großes Potential für die Arbeitskräfteüberlassung sieht Enkerts in Dienstleistungsbereichen. Hier werde stets Personal für das Gesundheitswesen, den IT-Bereich oder aus dem Gebiet erneuerbare Energien gesucht. Eine Chance sieht der BZA-Präsident auch in der Baubranche: "Wenn wir im Bereich des Bauhauptgewerbes zugelassen werden, könnten wir dort 100.000 Arbeitsplätze mehr besetzten."



