Dienstag, 09. August 2005

Arbeitskräfteüberlassung von Pflegepersonal erstmals möglich!

Kategorie: Presse Archiv

Ein neues Gesundheits- und Krankenpflegegesetz ermöglicht die professionelle Verleasung von ausgebildetem Pflegepersonal durch Arbeitskräfteüberlasser...

Mit dem neuen Gesetz ist dem Österreichischen Verband Zeitarbeit und Arbeitskräfteüberlassung (VZa) und der Bundesinnung ein Durchbruch in der Überlassung von Pflegepersonal gelungen. Allerdings wurde mit ihm aber auch gleichzeitig eine Beschränkung auferlegt. Demnach dürfen jährlich nur rund 15 Prozent aller Gesundheits- und Krankenpflegeberufe des gehobenen Dienstes angestellt und überlassen werden. Darunter fallen zwei Berufsgruppen, nämlich die der PflegehelferInnen und die der Krankenschwestern. Vza-Präsidentin Dr. Viktoria Tischler: „Mit dieser höchst erfreuliche Meldung aus dem Bundesministerium ist dem VZa und der Bundesinnung ein erster Durchbruch gelungen. 15 Prozent sind aber eine völlig haltlose Einschränkung."

15 Prozentquote unhaltbare Einschränkung

Der VZa begrüßt die erfreuliche Tendenz, prognostiziert aber eine negative Entwicklung für viele Bereiche, wenn es bei der 15 Prozentbeschränkung bleibt. Hermann Rantasa, VZa-Vorsitzender: "In einigen Bereichen wird das zu massiven Problemen führen, vor allem dort, wo es zu wenig Stammpersonal gibt oder wo es an flexiblen Arbeitszeitmodellen fehlt."
Neben der ungerechtfertigten Angst, dass Arbeitskräfteüberlasser zu wenig qualifiziertes Personal rekrutieren könnten – die Vermittlung von qualifiziertem Pflegepersonal ist per Gesetz vorgeschrieben - fürchten viele ArbeitgeberInnen aus dem Pflege- und Sozialbereich, eine hohe Fluktuation des verleasten Personals. Die Kontinuität sei schließlich ein wichtiger Beitrag für die Genesung der PatientInnen.
VZa-Vizepräsident Ing. Hermann Rantasa sieht darin keinen Widerspruch: „Personalleasing bedeutet nicht, dass das verleaste Personal den Arbeitgeber ständig wechseln muss. Auch wir legen Wert auf Kontinuität beim Verleasen unseres Personals. Die Entscheidung, ob eine Arbeitskraft immer wieder für einen bestimmten Bereich eingesetzt wird, hängt vor allem vom jeweiligen Unternehmen ab."

EU-Vergleich: Defizite abbauen
In Österreich gibt es noch ein großes Informationsdefizit was die Arbeitskräfteüberlassung betrifft. Blickt man zum Beispiel nach Holland, Belgien oder Deutschland stellt man fest, dass der Anteil von Zeitarbeitskräften am Vermittlungsmarkt weitaus höher und seit langem in vielen Bereichen erlaubt ist.
Dr. TISCHLER: „Ängste und Vorurteile zum Thema Zeitarbeit schrecken leider immer noch viele Bewerber und Bewerberinnen davor ab, sich auch wirklich bei einem Personalüberlasser zu bewerben. Das Image der Arbeitskräfteüberlasser sollte deshalb ins rechte Licht gerückt werden. Nur so können die Menschen langfristig Vertrauen in uns fassen und erkennen, welche Vorteile die Arbeit bei einem Arbeitskräfteüberlasser bringen."
Ing. RANTASA: „Ich kann nur immer wieder betonen, dass wir fachlich qualifizierte Arbeitskräfte auswählen und verleasen, für die es die gleichen Dienstnehmerverträge wie für fix angestelltes Personal gibt, inklusive Urlaubsgeld, Weihnachtsremuneration und Abfertigung. Selbstverständlich zahlen wir auch marktübliche Gehälter. Es gibt also keinen sachlichen Grund, warum man nicht über einen Personalüberlasser arbeiten sollte."

Die Zukunft verlangt noch mehr qualifiziertes Pflegepersonal

Eine ebenfalls im Juli neu beschlossene bundesweite Vereinbarung soll Heimhelfer und Altenbetreuer in die legale Berufsgruppe der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe integrieren. Bisher zählten Heim- und Altenpfleger laut Bundesgesetz nicht zu den anerkannten Pflegeberufen. In den nächsten zwei Jahren wird es also mit der neuen länderübergreifenden Vereinbarung bereits während der Ausbildung zu einer legalen Vereinheitlichung zwischen allen Bundesländern kommen. Für die zukünftige Entwicklung am Pflege-Arbeitsmarkt bedeutet dies: Eine höhere Anzahl von qualifiziertem Pflegepersonal.
Schon jetzt zeichnet sich ab, dass sich die Alterspyramide zugunsten der älteren Generation verschiebt. In Zukunft wird es auch in der Pflegebranche zu einem höheren Bedarf an Arbeitskräften kommen. Der österreichische Arbeitsmarkt wird deshalb nicht umhin kommen, ebenso andere verlässliche Arbeitgeber in diese neuen Entwicklungen mit einzubeziehen.


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