Anteil überlassener Arbeitskräfte trotz rekordverdächtiger Arbeitslosenzahlen gestiegen!
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) bringt mit der soeben veröffentlichten Stichtagserhebung 2005 viele positive Überraschungen ans Licht...
So ist der Anteil der überlassenen Arbeitskräfte von 2004 auf 2005 um rund 5,5 Prozent gestiegen - und das obwohl es letztes Jahr einen Höchststand an Arbeitslosen gegeben hat, die Anzahl der heimischen Personaldienstleister nahezu gleich geblieben ist und es weniger Unternehmen gab, die Zeitarbeiter rekrutierten. VZa-Präsidentin Dr. Viktoria TISCHLER zum ungewöhnlichen Ergebnis: „Es freut uns, dass die Stichtagserhebung so gut für die Personaldienstleister ausgefallen ist. Die Gründe dafür sehe ich in der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, der stärkeren Zufriedenheit der Unternehmer und einem positiven Imagewandel der Personaldienstleister.“
Arbeitskräfte werden immer länger überlassen
Zum Stichtag 29. Juli 2005 haben in Österreich 46.679 Arbeiter und Angestellte über einen von insgesamt 12.300 Personaldienstleister gearbeitet (siehe Tabelle: Jahresvergleich). Das sind um 5,5 Prozent mehr als zum Stichtag 2004. Davon wurde jeder zweite Angestellte eines Zeitarbeitsunternehmens durchschnittlich 12 Monate und länger überlassen. Hier zeichnet sich ein klarer Trend ab: Immer mehr Beschäftiger entscheiden sich dafür Angestellte länger zu beschäftigen.
Frauenanteil stark gestiegen
Die männlichen Arbeitskräfte liegen mit insgesamt 70 Prozent noch immer weit vor ihren Kolleginnen. Mittlerweile lassen sich aber auch mehr Frauen von den Vorzügen der Personaldienstleister überzeugen. Ihr Anteil hat sich 2005 um 12 Prozent erhöht – er ist von 18 auf 30 Prozent gestiegen.VZa-Präsidentin Dr. Viktoria TISCHLER: „Wir können diese positive Entwicklung auch aus unserer internen Web-Statistik herauslesen. Mittlerweile nutzen immer mehr Frauen das Bewerbungstool unserer Vza-Homepage.“ Der Vorteil liegt klar auf der Hand. Mit nur einer Bewerbung erreichen sie alle Personaldienstleister, die Mitglied beim VZa sind.“
Trotz der erfreulichen Ergebnisse für das weibliche Geschlecht, sieht der Verband Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung (VZa) aber hier noch einen erheblichen Aufholbedarf. Gerade deshalb wird sich Dr. Viktoria TISCHLER weiter für die Anliegen der Frauen engagieren. Dr. TISCHLER: „Flexible Arbeitszeitmodelle sollen den Frauen die Arbeit bei einem Personaldienstleister in Zukunft noch schmackhafter machen.“ Damit soll sich Zeitarbeit in Zukunft immer mehr als ideale Chance für Mütter und Wiedereinsteigerinnen entpuppen.
Wien und OÖ im Spitzenfeld, Steirer und Kärntner stark zugelegt
Traditionellerweise zählen Wien und Oberösterreich zu den Hochburgen der Personaldienstleisterbranche. Während die Wiener bei der Anzahl der Überlasser knapp vor den Oberösterreichern liegen, tun sich die Oberösterreicher bei der Anzahl der Beschäftiger und der überlassenen Arbeitskräfte hervor (siehe Tabelle: Tendenzen in den Bundesländern). VZa-Vizepräsident Ing. Hermann RANTASA sieht die Gründe hierfür in der starken Industrialisierung der beiden Bundesländer.
In OÖ sind dies 14.000 (Zahlen gerundet), in Wien 10.300 und in der Steiermark 7.800 Zeitarbeitskräfte. Knapp dahinter folgt NÖ mit 7.600 überlassenen unselbstständig Beschäftigten, gefolgt von Kärnten mit 2.900, Salzburg mit 1.900 und Vorarlberg mit 1.200. Das Schlusslicht bilden Tirol mit 660 und das Burgenland mit 280 überlassenen Arbeitskräften.Vergleicht man die Zahlen mit der Summe aller Beschäftigten, so ergibt sich im Bundesländervergleich für OÖ ein Zuwachs von: 2,5 Prozent, für die Steiermark, Wien und Kärnten von 1,8 Prozent und für Niederösterreich von rund 1,5 Prozent. 2005 können vor allem die Steiermärker und Kärntner bei der Anzahl der überlassenen Arbeitskräfte einen bemerkenswerten Zuwachs verzeichnen.
Quer durch alle Branchen
Mit einem relativen Anteil von rund 80 Prozent entfällt die überwiegende Anzahl der überlassenen Arbeitskräfte auf die Sektionen Industrie sowie Gewerbe, Handwerk und Dienstleistungen. Hier ist vor allem die Metall-, Fahrzeug- und Elektroindustrie am stärksten vertreten. Auf Platz drei und vier folgen Banken und Versicherungen, sowie auf Platz fünf und sechs Verkehr und Fremdenverkehr.
Dr. Viktoria TISCHLER: „Das höchste Entwicklungspotential sehe ich im Gesundheits- und Krankenpflegebereich. Gesucht werden hier vor allem diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, AltenfachbetreuerInnen und PflegehelferInnen.“ Die Stichtagserhebung 2005 hat diese Branche bereits erfasst. Die Zahlen sind aber noch nicht aussagekräftig, da das neue Gesundheits- und Krankenpflegegesetz am 5. Juli 2005 in Kraft getreten ist und zum Zeitpunkt der Erhebung erst wenige Wochen alt war.
Zeitarbeit birgt enormes Beschäftigungspotential
Die Stichtagserhebung des Bundes zeigt wieder einmal, dass sich Zeitarbeit immer mehr als Jobalternative etabliert. Es ist daher kaum verwunderlich, dass sich die Anzahl der Arbeitskräfteüberlasser während den letzten 13 Jahre beinahe verdreifacht, die der überlassenen Arbeitskräfte vervierfacht hat. Die Personaldienstleisterbranche zählt also weiterhin zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftsbereichen Österreichs.
Die vollständigen Ergebnisse zur Stichtagserhebung 2005 finden Sie auf der Website des BMWA. Wissenswerte Informationen zum Thema Zeitarbeit bzw. Personaldienstleistungen stehen unter www.vza.at bereit. Neben der Homepage informiert der kostenlose elektronische VZa-Newsletter vierteljährlich über aktuelle Entwicklungen am Arbeitsmarkt und hält viele nützliche Tipps bereit.
Was ist der VZa?
Der österreichische Verband Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung, kurz VZa, wurde 1995 in Wien ins Leben gerufen. Als repräsentative Dachorganisation der österreichischen Zeitarbeitunternehmen vertritt er die Interessen von Unternehmen, deren Aufgabenbereiche in der Arbeitskräfteüberlassung bzw. in der Arbeitsvermittlung liegen.
Personalbereitsteller, die Mitglied im Österreichischen Verband Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung sind, verpflichten sich über die gesetzlichen Grundbestimmungen hinaus, einen strengen Verhaltenskodex einzuhalten. Das zeichnet diese Personalbereitsteller als seriöse und kompetente Arbeitskräfteüberlasser aus.


