Imagepflege für die Zeitarbeit
"Die Personalvermittlung muss ihren Ruf verbessern" appellierte Ton Biermans, Präsident des Weltverbandes der Personalbereitsteller (CIETT), eindringlich an die Mitglieder der internationalen Dachorganisation.
Ein Aufruf, den sich der österreichische Mitgliedsverband, der Verband Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung (VZa) schon vor Jahren zum Leitsatz gemacht hat, meint Dr. Viktoria TISCHLER, Präsidentin der österreichischen Interessensvertretung.
Tatsächlich haftet der Zeitarbeit in vielen Ländern noch immer das Klischee der "modernen Sklaverei" an. Der schlechte Ruf der Arbeitskräfte-überlassung, so die gesetzliche Bezeichnung, ist größtenteils auf die, in diesen Ländern noch immer recht lückenhaften Gesetze zur Regelung dieser speziellen Beschäftigungsform, zurückzuführen. Auch in Österreich war der größte Angriffspunkt der Zeitarbeitsbranche sicherlich das Fehlen von einheitlichen Richtlinien und Rahmenbedingungen zum Schutz der überlassenen Arbeitskräfte, äußert sich Dr. TISCHLER, zu dem heiklen Thema.
Der am 1. März 2002 beschlossene Kollektivvertrag für die Arbeitskräfteüberlassung kann deshalb als einer der wichtigsten Meilensteine in der Geschichte der Zeitarbeit gesehen werden, so Dr. TISCHLER. Er hat den Dienstnehmern endlich die lang ersehnten Sicherheiten in Bezug auf Löhne, Arbeitszeiten, Fahrkostenersatz, Kündigungsvereinbarungen und weitere grundlegende Faktoren gebracht.
Fast eineinhalb Jahre nach dem Zustandekommen des österreichischen Kollektivvertrages für Zeitarbeit, wurde nun auch in Deutschland ein einheitlicher Tarifvertrag für die Arbeitskräfteüberlassung beschlossen. Eine Entwicklung, die es den österreichischen Personalbereitstellern ermöglichen wird, sich im Nachbarland ebenfalls stärker zu etablieren.
Das Jahr 2002 war für die österreichische Zeitarbeitsbranche das Reformjahr schlechthin. Neben dem Kollektivvertrag, wurde auch die Kombinationsmöglichkeit der Arbeitskräfteüberlassung mit der Personalvermittlung erwirkt. Die Arbeitskräfteüberlasser sind damit seit 1. Juli 2002 berechtigt, Mitarbeiter nicht nur zeitlich befristet sondern auch dauerhaft an Unternehmen zu vermitteln. Des Weiteren wird seit 28. Juni 2002 Personaldienstleistung als eigener Lehrberuf angeboten. Nun gilt es, die Novellierungen und Reformen der letzten Jahre, ausreichend publik zu machen, um mit den überholten Vorurteilen und Schreckensmärchen über die Zeitarbeit endgültig aufzuräumen, so Dr. TISCHLER. Der Österreichische Verband Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung wird sich auch in Zukunft verstärkt dieser wichtigen Aufgabe widmen.


