Für eine klare Positionierung des VZA
VZA Vorstandsmitglied Hermann Danner im Interview - Seit Juni ist Hermann DANNER neues Vorstandsmitglied des VZA. Der 46-jährige Mühlviertler ist seit über 20 Jahren in der Arbeitskräfteüberlassung tätig und seit 1999 Geschäftsführer des Personaldienstleisters Mayer & Schöftner. Beim VZA übernimmt DANNER unter anderem die Aufgabe der Schriftführung.
Seit Juni ist Hermann DANNER neues Vorstandsmitglied des VZA. Der 46-jährige Mühlviertler ist seit über 20 Jahren in der Arbeitskräfteüberlassung tätig und seit 1999 Geschäftsführer des Personaldienstleisters Mayer & Schöftner. Beim VZA übernimmt DANNER unter anderem die Aufgabe der Schriftführung.
Was sich die Mitglieder des VZA von dem neuen Vorstandsmitglied erwarten dürfen, welche Ideen der dreifache Vater für den Verband hat und wie seiner Meinung nach die Arbeitskräfteüberlassung auch in Krisenzeiten punkten kann, lesen Sie im Interview.
Herr DANNER, was darf sich der VZA von Ihnen als neues Vorstandsmitglied erwarten?
Durch meine 27-jährige Tätigkeit in der Personalbereitstellung bringe ich zum einen meine Erfahrungen in den VZA ein. Zum anderen bin ich in der Arbeitskräfteüberlassung vielseitig engagiert: Zahlreiche Arbeitsgruppen zu den unterschiedlichsten Themen der Branche sind neben meiner aktiven Mitarbeit im Arbeitskreis Arbeitskräfteüberlassung der WKOÖ sicherlich eine Bereicherung für den VZA. Aktuell bin ich zum Beispiel Vorsitzender des Gütezeichenfachausschusses zur Einführung eines Gütesiegels für die Arbeitskräfteüberlassung.
Warum ist Ihrer Meinung nach der VZA für seine Mitglieder eine wichtige Einrichtung?
Der VZA bietet seinen Mitgliedern durch die Zusammenführung von gezielt ausgewählten Unternehmen sehr viel Potential. Innerhalb des VZA lässt sich rasch und bundesweit agieren. Der Verband dient als Sprachrohr für die Branche, mit dem pointiert Positionen transportiert werden können, ohne dabei Parteien oder föderalistischen Denkweisen unterlegen zu sein.
Welche Ideen bringen Sie als neues Vorstandsmitglied in den VZA ein?
Ich bemühe mich aktiv, die Positionierung des VZA für seine Mitglieder und für die Öffentlichkeit klarer darzustellen. Die Arbeitskräfteüberlassung kann durch den VZA profitieren. Aber dazu ist es notwendig, die Mitglieder zu mobilisieren und zu motivieren. Eine Vision von mir ist, den VZA offener zu gestalten. Die Mitglieder sollen ohne Umwege dem Vorstand ihre Beiträge und Ideen vorbringen können. So könnte der VZA zu einem noch lauteren Sprachrohr werden. Weiteres Potential sehe ich in einer engeren Zusammenarbeit mit der WKO. Der VZA soll sich dabei zum Beispiel Themen annehmen, auf die die WKO kaum Einfluss hat. Auch das Gütesiegel für die Arbeitskräfteüberlassung könnte vom VZA weiter entwickelt werden. Generell sollte der VZA einen aktiven Beitrag dazu leisten, die Branche "sauber" zu halten und Missstände aufdecken.
Welche Stellung hat Ihrer Meinung nach die Arbeitskräfteüberlassung in der heutigen Zeit? Glauben Sie, dass man letztendlich von der Krise profitieren kann?
Die Arbeitskräfteüberlassung ist das Herz der Arbeitsplatzflexibilität. Das haben Schlechtmacher unserer Branche, die uns durch negative Medienberichte schwer geschadet haben, noch nicht begriffen. Ohne Arbeitskräfteüberlassung wären zahlreiche Mitarbeiter von den Unternehmen direkt gekündigt worden. So hatten viele der rückgestellten Arbeitskräfte die Chance, zu anderen Beschäftigern überlassen zu werden. Ich bin davon überzeugt, dass noch mehr Unternehmen auf überlassene Arbeitskräfte als flexible Personalpuffer zurückgreifen werden. Und in dieser Situation sind wir als Arbeitskräfteüberlasser gefordert, qualifiziertes Personal zu finden. Hier sehe ich die künftige Herausforderung, weniger in der Kundengewinnung.
Welche Entwicklungen erwarten Sie für die Branche der Arbeitskräfteüberlassung?
Ich sehe einige Trends. Die Unternehmen werden künftig bewusst ihre Personalkapazitäten erhöhen. Die Arbeitskräfteüberlassung bietet der Wirtschaft dazu die nötige Flexibilität. Da auch künftig ein Mangel an Fachkräften herrschen wird, setzen unsere Kunden auf "Integrationsmodelle": Der Arbeitskräfteüberlasser sucht das Personal und nach einer sechsmonatigen Überlassung wird es in die Stammmannschaft des Beschäftigers integriert - eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. In Zukunft werden wir auch Branchen bedienen, die uns bisher nur am Rande in Anspruch genommen haben. Insbesondere im Gewerbe und der Dienstleistung sind Steigerungen von Personalbedarf spürbar. Die Industrie ist nach wie vor stark angeschlagen. Ich habe großen Respekt vor dem Winter. Das erste Quartal 2010 wird eine Herausforderung für die Arbeitskräfteüberlassung werden.
Aus einer Studie von Interconnecting Consulting geht hervor, dass Oberösterreich mit 3,7 % die höchste Zeitarbeitsquote in Österreich hat - freut Sie das als Landsmann?
Ja, natürlich. Fairer Weise muss man dabei auch erwähnen, dass Oberösterreich das stärkste Wirtschaftsbundesland ist. Die Zahl zeigt aber auch, dass in Oberösterreich ausgezeichnete Personaldienstleistung angeboten und erfolgreich umgesetzt wird.



