Donnerstag, 23. Juli 2009

Erster universitärer Lehrgang für Personaldienstleister

Kategorie: Newsletter 02/2009, Aktuelles

Auf Initiative von WKOÖ Fachgruppenobmann Gerhart Zehetner entstand der neue Uni-Lehrgang für Personaldienstleister an der Donau-Uni Krems. Im Interview schildert Zehetner wie die Ausbildung zur weiteren Professionalisierung der Zeitarbeit beiträgt.

Gerhart Zehetner

Zur weiteren Professionalisierung der Zeitarbeit in Österreich startet demnächst die erste branchenbezogene universitäre Ausbildung in Österreich für Personaldienstleister an der Donau-Uni Krems. Ein Gespräch mit Gerhart Zehetner, dem Obmann der Allgemeinen Fachgruppe Gewerbe in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, auf dessen Initiative der Lehrgang entstand.




Nicht zufällig fängt die neue Ausbildung gerade jetzt an, warum ist Professionalisierung in der Arbeitskräfteüberlassung gerade momentan so wichtig?
Gerhart Zehetner: Je schwieriger die Zeiten, desto wichtiger ist die Kompetenz des Managements – das gilt generell und natürlich auch und gerade ganz besonders - für die Branche der Personaldienstleistung. Das im Uni-Lehrgang „Personaldienstleistungsmanagement/Professional Workforce Management“ vermittelte Wissen haben nur jene und auch das nur zum Teil, die bereits eine Wirtschaftsuniversität abgeschlossen haben. Für den Großteil der Branchenkollegen, die keinen Hochschulabschluss besitzen, besteht damit die Möglichkeit, sich wertvolles universitäres Wissen - noch dazu branchenbezogen - anzueignen.

Soll die Ausbildung auch dazu beitragen, das ungerechtfertigt schlechte Image der Zeitarbeit zurechtzurücken?

Gerhart Zehetner: In der Öffentlichkeit gibt es, bedingt durch Wissensdefizite, noch immer Vorbehalte gegen die Arbeitskräfteüberlassung. Weiterbildung und Höherqualifizierung im Führungskräftebereich sind daher gerade jetzt besonders wichtig, um der professionellen Personaldienstleistung den Stellenwert zu geben, den sie verdient und die Kompetenz sowie das Verantwortungsbewusstsein des Managements zu untermauern. Zum nachhaltigen Ausbau der Fachkompetenz in der Arbeitskräfteüberlassung ist die Anbindung an die Wissenschaft von großer Bedeutung.

Für wen ist der Lehrgang gedacht?

Gerhart Zehetner: Der Universitätslehrgang ist ausgerichtet für LeiterInnen von Personaldienstleistungsunternehmen genauso wie höher qualifizierte MitarbeiterInnen von Arbeitskräfteüberlassern in Österreich und Personen, die eine solche Position anstreben. Zur Zielgruppe gehören aber auch Unternehmensberater und Selbstständige mit dem Schwerpunkt  Personalbereitstellung, sowie die Führungs- und Beratungsebene des Arbeitsmarktservices und Personalverantwortliche (z.B. Personalchefs von Großunternehmen) auf Kundenseite.

Welche Wissensgebiete werden in der Ausbildung behandelt?
Gerhart Zehetner:
Der Lehrgang befasst sich mit Personalentwicklung, -management und -marketing, branchenbezogenem Rechnungswesens, Betriebswirtschaft, aber auch  Personalverrechnung und Controlling. Weiters werden den Teilnehmern Grundzüge des Arbeits- und Sozialrechts, des Unternehmens- und Europarechts und des Wettbewerbsrechts vermittelt. Personaldienstleister, Unternehmensberater und spezialisiertes Fachpersonal mit Schwerpunkt  Personalbereitstellung haben mit dieser universitären Ausbildung erstmals die Möglichkeit, Qualifikation auf Hochschulniveau zu erwerben. Nach drei Semestern schließen die Teilnehmer als „Akademische Experten in Personaldienstleistungsmanagement“ ab und nach vier Semestern als „Master of Science in Professional Workforce Management“.

Welche Arbeitsmethoden kommen zur Anwendung?

Gerhart Zehetner: Es handelt sich ja grundsätzlich um eine berufsbegleitende Ausbildung, deshalb erschien uns zeitliche und örtliche Flexibilität wichtig. Neben Vorträgen, Workshops, Seminaren, Gruppenarbeiten und Kamingesprächen, bei denen Präsenz vorgesehen ist, sind Online-Phasen geplant, die den Studierenden mehr Freiheit geben, um ihr Lernpensum zu absolvieren. In den Wochen zwischen den Anwesenheits-Blöcken arbeiten und kommunizieren die Studierenden auf Basis der Lernplattform „moodle“.

Wie können die Absolventen ihr erworbenes Wissen aus der Ausbildung in der täglichen Praxis verwerten, wie kann ihr Unternehmen profitieren?
Gerhart Zehetner: Es handelt sich um die erste branchenbezogene universitäre Ausbildung in Österreich. Ich gehe davon aus, dass die Teilnehmer schon ab dem ersten Tag der Ausbildung vom Erfahrungsaustausch mit den hochkarätigen Vortragenden und Kollegen ihren Nutzen ziehen und dieses erworbene praktische Wissen sofort in der täglichen Arbeitspraxis umsetzen können. Die Möglichkeit der Erstellung von praxisbezogenen Projektarbeiten bedeutet ebenfalls einen nicht unwesentlichen Vorteil für die TeilnehmerInnen und bringt möglicherweise sogar erhebliche Fortschritte in deren Unternehmen mit sich. Dass sich die Teilnehmer auch persönlich weiterentwickeln im Laufe eines intensiven Fortbildungslehrgangs, versteht sich von selbst.

Weitere Infos im Internet unter: www.donau-uni.ac.at/de/studium/profworkforcemanagment/index.php


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